Festivals in Österreich: wie man den Überblick behält
Wer in Österreich unterwegs ist, stolpert fast zwangsläufig über eine Veranstaltung. Manches davon ist international bekannt, vieles andere kennt man nur in der Region, und genau dort liegt oft das Interessantere.
Der Rhythmus des Veranstaltungsjahres
Feiertage strukturieren den Kalender zusätzlich. Rund um Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und den Nationalfeiertag am 26. Oktober häufen sich Veranstaltungen, weil lange Wochenenden entstehen.
Dazwischen liegen die Festspiele, die traditionell im Juli und August stattfinden, sowie die Brauchtumstermine im Frühherbst, wenn das Vieh von den Almen kommt.
Open Air von Juni bis September
Das Donauinselfest in Wien ist eine Besonderheit, weil der Eintritt frei ist. Es zieht regelmäßig ein Millionenpublikum an und läuft üblicherweise Ende Juni über drei Tage.
Dazu kommen dutzende kleinere Open Airs, die oft nur regional beworben werden. Sie sind günstiger, weniger überlaufen und für viele die bessere Wahl.
Die großen Sommerfestspiele
Die Spielpläne stehen meist ein halbes Jahr im Voraus fest. Das macht die Planung leichter als bei Popveranstaltungen, wo Termine kurzfristiger kommen.
Die Bregenzer Festspiele sind vor allem für die Seebühne am Bodensee bekannt. Die Bühnenbilder dort sind aufwendig und werden über zwei Spielzeiten hinweg genutzt.
| Großfestival | meist dreistellig | hoch, Monate im Voraus |
| Festspiele | stark gestaffelt | hoch, Karten früh vergriffen |
| Stadtfest | frei | gering |
| Adventmarkt | frei | gering |
Tickets ohne Ärger kaufen
Kostenlose Veranstaltungen sind in Österreich keine Seltenheit. Das Donauinselfest ist das bekannteste Beispiel, dazu kommen unzählige Stadt- und Dorffeste ohne Eintritt. Alles Weitere dazu steht auf dieser Seite.
Bei mehrtägigen Festivals lohnt der Vergleich zwischen Tagesticket und Gesamtpass. Ab zwei Tagen ist der Pass in den meisten Fällen günstiger.
Praktische Vorbereitung
Bargeld ist bei kleineren Festen weiterhin nützlich. Nicht jeder Standler akzeptiert Karte, und der nächste Bankomat ist oft weit. Andere Beiträge zu österreichischen Themen stehen unter https://znaki.fm/at-de/.
Ein realistischer Zeitplan hilft mehr als eine lange Liste. Zwei Programmpunkte an einem Tag sind in der Praxis oft schon genug.
- Kleine Feste werden oft nur lokal angekündigt
- Gemeindezeitungen und Aushänge sind dafür die beste Quelle
- Viele Stadt- und Erntedankfeste kosten keinen Eintritt
- Bargeld für kleinere Stände mitnehmen
Wein-, Most- und Kulinarikfeste
Kürbis, Apfel und Kastanie füllen die Herbstkalender. In der Steiermark kommt das Kürbiskernöl als eigenes Thema dazu.
Bei Brauchtumsfesten ist das Essen oft der eigentliche Grund für den Besuch. Vieles davon wird nur einmal im Jahr und nur dort zubereitet.
Was für Besucher mit Einschränkungen gilt
Große Kulturhäuser sind überwiegend barrierefrei zugänglich und halten eigene Plätze bereit. Diese werden telefonisch oder über ein eigenes Formular gebucht, nicht im normalen Onlineverkauf.
Öffentliche Verkehrsmittel sind in den Landeshauptstädten weitgehend barrierefrei, im ländlichen Raum unterscheidet sich das erheblich.
Zwischen gratis und teuer
Garderobegebühren fallen bei Bällen und Konzerten zusätzlich an und werden bei der Budgetplanung fast immer vergessen.
Bei Festspielen lohnt der Blick auf günstigere Kategorien. Ein Stehplatz kostet oft einen Bruchteil und bietet je nach Haus eine gute Sicht.
Wintersport und Laufevents
Fußball läuft von Ende Juli bis Mai, mit einer Winterpause. Die Spieltermine stehen meist erst kurzfristig fest, weil sie von Fernsehübertragungen abhängen.
Für viele Sportevents gibt es Kombitickets mit der Anreise. Sie sind günstiger als Einzelfahrscheine und ersparen die Parkplatzsuche.
Was am Ende bleibt
Wer den Jahresrhythmus einmal kennt, plant deutlich entspannter. Die großen Termine liegen jedes Jahr ungefähr gleich.
Wer ein Jahr lang mitschreibt, was gefallen hat, hat im Folgejahr eine bessere Grundlage als jede Empfehlung von außen.
Weinfeste prägen den Spätsommer und Herbst in der Steiermark, im Burgenland und in Niederösterreich. Sie sind klein, günstig und meist ohne Eintritt.
Für Kurzentschlossene lohnt der Blick auf Restkarten am Veranstaltungstag. Sie werden bei mehreren Häusern kurz vor Vorstellungsbeginn freigegeben.
Märkte als eigene Kategorie
Der Brunnenmarkt in Wien-Ottakring zählt zu den größten Straßenmärkten Europas und läuft von Montag bis Samstag. Der Charakter unterscheidet sich stark vom touristisch geprägten Naschmarkt.
In den Landeshauptstädten gibt es zusätzlich Markthallen mit fixen Öffnungszeiten, die auch bei schlechtem Wetter funktionieren.
Wie man zur Veranstaltung kommt
Für Veranstaltungen in den Landeshauptstädten ist die Anreise mit Bahn und Bus fast immer die bessere Wahl. Parkplätze sind knapp und an Veranstaltungstagen häufig gesperrt.
Campingplätze bei Festivals sind meist im Ticket inbegriffen oder kosten wenig extra. Die Bedingungen dort unterscheiden sich allerdings erheblich.
Das Frequency Festival in St. Pölten zählt zu den größten Popveranstaltungen des Landes und findet traditionell im August im Green Park an der Traisen statt.
Volkskultur im Veranstaltungskalender
Aufsteirern in Graz ist eines der größten Volkskulturfeste des Landes und findet im September statt. Die Innenstadt wird dafür über ein Wochenende weitgehend umgewidmet.
Der Almabtrieb findet im September und Oktober statt, wenn das Vieh von den Almen ins Tal zurückkehrt. In Tirol, Salzburg und Kärnten ist daraus vielerorts ein Fest geworden.
Die wichtigsten Fragen im Überblick
Finden Open Airs auch bei Regen statt?
In den meisten Fällen ja. Abgesagt wird üblicherweise nur bei Gewitter oder Sturm, und dann meist kurzfristig über die Kanäle des Veranstalters.
Gibt es Ermäßigungen?
Häufiger als gedacht, für Studierende, Senioren und Familien. Sie stehen meist im Kleingedruckten der jeweiligen Ticketseite.
Wann ist Ballsaison?
Von Jänner bis zum Faschingsdienstag. Neben den großen Bällen gibt es zahlreiche Vereins- und Zunftbälle, die deutlich günstiger sind.
Dieser Überblick ersetzt keine Terminrecherche. Kurzfristige Änderungen und Absagen kommen besonders bei Freiluftveranstaltungen vor.